Rechtstipps

Nach ei­nem Ver­kehrs­un­fall die Scha­den­re­gu­lie­rung nicht aus der Hand ge­ben

Erstellt von Matthias Horz


Die Haft­pflicht-Ver­si­che­run­gen ha­ben in jüngs­ter Zeit ein so­ge­nann­tes "Scha­dens­ma­na­ge­ment" ein­ge­rich­tet. Es ist im­mer wie­der fest­zu­stel­len, dass sich nach ei­nem Ver­kehrs­un­fall die Haft­pflicht?Ver­si­che­rung des un­fall­geg­ne­ri­schen Fahr­zeugs so­fort, ent­we­der schrift­lich oder te­le­fo­nisch mit dem Ge­schä­dig­ten in Ver­bin­dung setzt und ei­ne zü­gi­ge Scha­den­re­gu­lie­rung an­kün­digt.

Es kann auf Grund der Er­fah­run­gen in der Pra­xis nur da­vor ge­warnt wer­den, die Scha­den­re­gu­lie­rung nach ei­nem Un­fall be­den­ken­los an die Ver­si­che­run­gen ab­zu­ge­ben. Ei­ne Viel­zahl der Ver­si­che­rer ver­sucht näm­lich, bei der Re­gu­lie­rung von Un­fäl­len zum Nach­teil des Ge­schä­dig­ten "zu spa­ren".

Das von den Ver­si­che­run­gen pro­pa­gier­te Scha­dens­ma­na­ge­ment wird von die­sen wie folgt um­ge­setzt:

Der Ge­schä­dig­te wird ge­be­ten, häu­fig auch überredet, sich un­mit­tel­bar oh­ne Ein­schal­tung ei­nes Rechts­an­walts an die geg­ne­ri­sche Ver­si­che­rung zu wen­den, al­les wer­de dann un­bü­ro­kra­tisch für ihn ge­re­gelt.

Geht der Ge­schä­dig­te auf die­sen Vor­schlag der Ver­si­che­rung ein, wird er fest­stel­len, dass die Haft­pflicht?Ver­si­che­rung nicht nur ver­sucht, sei­ne An­sprü­che zu kür­zen, son­dern ihm nur das er­stat­tet, was er tat­säch­lich gel­tend macht, nicht je­doch was ihm tat­säch­lich zu­steht.

Die Er­fah­rung zeigt, dass bei­spiels­wei­se der so­ge­nann­te mer­kan­ti­le Min­der­wert ei­nes re­pa­rier­ten Fahr­zeugs bei die­sem "Scha­dens­ma­na­ge­ment" oft ge­nug nicht er­stat­tet wird. Vor­sicht ist auch an­ge­bracht bei den so­ge­nann­ten Partnerwerkstätten der Ver­si­che­run­gen. Die­se Werk­stät­ten be­ge­ben sich ? aus na­he lie­gen­den Grün­den ? in die Ab­hän­gig­keit der Ver­si­che­rer, die wie­de­rum die Hö­he der Re­pa­ra­tur­kos­ten vor­schrei­ben. Die­se "Kos­ten­schrau­be" hat na­tur­ge­mäß Ein­fluss auf die Qua­li­tät der Re­pa­ra­tur.

Ins­ge­samt und grund­sätz­lich ist da­rauf hin­zu­wei­sen, dass der Au­to­fah­rer das Recht hat, so­wohl ei­nen frei­en Sach­ver­stän­di­gen als auch ei­ne Werk­statt sei­nes Ver­trau­ens nach ei­nem Ver­kehrs­un­fall hin­zu­zu­zie­hen. Er hat An­spruch auf ei­nen Miet­wa­gen, al­ter­na­tiv hat er ei­nen An­spruch auf Zah­lung ei­ner Nut­zungs­aus­fal­lent­schä­di­gung. Des Wei­te­ren ist maß­ge­bend für die Un­fall­re­gu­lie­rung al­lein das vom Ge­schä­dig­ten in Auf­trag ge­ge­be­ne Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­ten. Na­tür­lich hat auch der Ge­schä­dig­te An­spruch auf Er­stat­tung der vol­len Re­pa­ra­tur­kos­ten, egal in wel­cher Werk­statt er re­pa­rie­ren lässt.

Aus­ge­spro­chen wich­tig ist es, be­reits zu Be­ginn der Re­gu­lie­rung die Wei­chen für ei­ne ge­schick­te Re­gu­lie­rung zu stel­len. Dies nicht zu­letzt im Hin­blick auf die Neu­re­ge­lung des § 249 II BGB be­tref­fend die Er­stat­tungs­fä­hig­keit von Mehr­wert­steu­er.

Die­se Neu­re­ge­lung ist sehr kom­pli­ziert; die SLP An­walts­kanz­lei hat dies­be­zü­glich be­reits Grundsatzurteile zu Guns­ten des Ge­schä­dig­ten er­strit­ten.

All dies zeigt, dass es un­ab­ding­bar ist, sich nach ei­nem Ver­kehrs­un­fall ei­nes Recht­san­walts zu be­die­nen, der die Re­gu­lie­rung pro­fes­sio­nell be­ar­bei­tet.

Selbst­ver­ständ­lich sind dem Ge­schä­dig­ten die Kos­ten des von ihm be­auf­trag­ten Rechts­an­walts sei­tens der geg­ne­ri­schen Haft­pflicht?Ver­si­che­rung in vol­lem Um­fang zu ers­tat­ten, oh­ne dass es der In­an­spruch­nah­me ei­ner Rechts­schutz-Ver­si­che­rung be­darf.

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